Veklebte Faszien -

Was sind die Aufgaben von Faszien?

Allgemein haben Faszien im Körper die Aufgabe, verschiedene Bereiche zu umschließen und ihnen dadurch Form und Stabilität zu geben. Muskelfaszien – also die Faszien, die Muskeln umgeben – haben darüber hinaus noch weitere Aufgaben, zum Beispiel:

  • einzelne Muskeln von ihren „Nachbarn“ zu trennen
  • die Reibung der Muskeln untereinander zu verhindern
  • Kräfte von einem Muskel auf den anderen zu übertragen

Zudem geht die Wissenschaft inzwischen davon aus, dass auch die Faszien selbst sich zusammenziehen (kontrahieren) können. So sollen sie beispielsweise Muskeln bei federnden Bewegungen und Sprüngen unterstützen.

Wichtige Funktionen der Faszien sind demnach auf die Beweglichkeit des Körpers und eine leichtere Arbeit der Muskeln ausgerichtet. Laufen diese Vorgänge nicht mehr reibungslos ab, kann das an verklebten Faszien liegen. Darin soll eine häufige Ursache von Rückenschmerzen und anderen Beschwerden liegen.

Verklebte Faszien – mögliche Ursache für Rückenschmerzen

Idealerweise erscheinen die einzelnen Fasern der Faszien als wellenförmig angeordnete Gitter, wenn sie mithilfe von medizinischen Geräten betrachtet werden. Diese Anordnung ermöglicht die Stabilität und Elastizität dieser Gewebeschicht, das heißt, die Faszien sind dadurch dehnbar und reißfest.
Infolge verschiedener Faktoren können die Faszien sich jedoch verdrehen, verhärten oder verfilzen – die Rede ist dann gemeinhin oft von verklebten Faszien. Vom Aussehen her erinnern sie dann an verfilzte Wolle. Mögliche Ursachen dafür sind:

  • Bewegungsmangel
  • Verletzungen
  • fortgeschrittenes Alter
  • Stress
  • Überlastung einzelner Bereiche

Infolge verklebter Faszien kann die Bewegungsfreiheit eingeschränkt sein und Schmerzen können entstehen. Insbesondere Nacken-, Schulter- und Rückenschmerzen werden heutzutage vermehrt mit harten und verklebten Faszien in Verbindung gebracht.

Der genaue Zusammenhang ist dabei noch nicht geklärt. Möglicherweise fühlen Menschen mit verklebten Faszien Schmerzen, da die zahlreichen Schmerzrezeptoren die Veränderung im Gewebe wahrnehmen und als Signale ans Gehirn übermitteln. Ebenso denkbar ist, dass kleinste Verletzungen an den verhärteten Faszien entstehen, die sich dann wiederum entzünden und so zu Schmerzen führen können. Die Beschwerden liegen jedoch vielleicht auch daran, dass die Faszien an den Muskeln kleben und so das reibungslose Gleiten oder das Zusammenspiel von Muskel und Faszie allgemein gestört ist.

Verklebte Faszien: Was kann helfen?

Sind die Faszien verklebt, können Betroffenen bei der Behandlung verschiedene Ansätze helfen. Da verklebte Faszien eine mögliche Ursache von Rückenschmerzensind – auch bei chronischen Beschwerden – kann sich eine entsprechende Therapie lindernd auf die Schmerzen auswirken.
Als Behandlungsmöglichkeiten bei verklebten oder verdrehten Faszien sind vor allem das sogenannte Fasziendistorsionsmodell (FDM) und das Rolfing bekannt. Beide arbeiten mit bestimmten Handgriffen, welche die Faszien lösen und den Körper zugleich dazu animieren sollen, neues Kollagen zu produzieren. Hinzu kommt Bewegungstraining, das häufig mithilfe einer Faszienrolle durchgeführt wird.

Wer seine verklebten Faszien behandeln möchte, kann sich dafür unter anderem an einen Physiotherapeuten oder Osteopathen wenden. Er kann im Idealfall eine Zusatzausbildung zur Faszientherapie vorweisen. Das Faszientraining mit spezieller Rolle können Betroffene in ihren eigenen vier Wänden durchführen, allerdings ist es auch hierbei empfehlenswert, die richtige Handhabung der Rolle vorher unter professioneller Anleitung zu erlernen.

Faszien – das größte menschliche Organ

Um eine grundlegende Unterscheidung voranzustellen, werden wir die oberflächlichen von den tiefen Faszien unterscheiden. An der Oberfläche befinden sich direkt im Unterhautgewebe diese Faszien in nahezu allen Bereichen unseres Körpers, wie zum Beispiel im Brustbein oder im Bereich der Muskulatur. Die tiefen Faszien werden als faserreiche Bindegewebsschichten bezeichnet, da sie Muskeln, Knochen und Nervenbahnen sowie alle Blutgefäße durchdringen. In diesem Zusammenhang dürfte die Komplexität und die weitreichende Bedeutung der Faszien für unseren gesamten Bewegungsapparat deutlich geworden sein.

Die Bedeutung verklebter Faszien für unseren Bewegungsapparat

Über viele Jahre hinweg hatte man das gesamte Fasziengewebe stark unterschätzt. Dabei entscheidet dies grundlegend über die menschliche Gesundheit. Diese dünnen und zum Teil hauchdünnen Fasern sorgen für Elastizität und optimale Beweglichkeit. Ins Gegenteil verkehrt sich diese Eigenschaft, wenn die Faszien verhärtet oder verklebt sind, dann sollten Maßnahmen ergriffen werden um verklebte Faszien zu lösen. Die Ursache für diese Verhärtung ist vielfältig und kann auf fehlerhafte Haltung und Bewegungen zurückführen. Im Endeffekt führen fehlerhafte Haltungen über Jahre hinweg zu undefinierbaren Schmerzen im Bereich des Bauches, der Schultern und des Rückens. Darüber hinaus wird durch eine chronische Muskelverspannung auch der Lymphfluss negativ beeinflusst, da die Lymphgefäße ebenfalls durch die Blutgefäße führen.

Wie kommt es zu verklebten Faszien?

Wir treffen direkt in den Lymphen auf gelöstes Fibrinogen. Kommt es nun zu einem Stau der Lymphflüssigkeit, wird dieses besagte Fibrinogen zu Fibrin abgebaut. Fibrin können wir auch als Klebstoff bezeichnen, dessen eigentliche Aufgabe ist es, Wunden zu verschließen. Ist nun keine Wunde vorhanden, verklebt Fibrin das gesamte umliegende Fasziengewebe und es kommt zu undefinierbaren Schmerzen.

Was viele nicht vermuten, allein 80 % körperbedingter Schmerzen haben ihre Ursache in verklebten Faszien. Diese zu lösen ist die Aufgabe. Insbesondere ältere Menschen haben mit diesen Problemen zu kämpfen. So weisen ältere Menschen im Hinblick auf das Fasziengewebe relativ unflexible Kollagenfasern auf. Die Konstruktionen und Zusammenstellung dieser Fasern erinnert an ein undurchdringliches Wollknäuel. Das eigentliche Strecken und Beugen betroffener Gelenke wird schmerzhaft und ist auf eine Verhärtung im Bereich der Faszien zurückzuführen. Doch auch für die umliegenden Organe und für das Gehirn stellen verklebte Faszien ein bedrohliches Problem dar, da Faszien die Außenhülle unserer Organe bilden. Über eine Verhärtung der Faszien werden die Organwände immer undurchdringliche und es ist nur eine Frage der Zeitm bis sich auch hier die ersten Probleme zeigen. Es ist also an der Zeit, mit gezieltem Training Ihre Faszien geschmeidiger zu machen.

Über diese Übungen Faszien lösen

Tatsächlich können Sie über effektive Trainingsmethoden erstaunliche Ergebnisse erzielen, wie zum Beispiel über Pilates, Yoga, Tai Chi und Qi Gong. Gezielte Bewegungen und Dehnungsübungen stärken die Faszien und lösen die Verklebung. Führen Sie ein Bewegungstraining in regelmäßigen Abständen durch und regen immer wieder die Bindegewebszellen an. Auf diese Weise müssen die alten Kollagenfasern durch Neue ersetzt werden. Diese Dehnungsübungen vollziehen Sie langsam und bedacht. Hier kommt es nicht auf Geschwindigkeit und Leistung an. So legen Sie zum Beispiel den Oberkörper nach vorn, um sich im Endeffekt ganz langsam und geschmeidig wieder aufzurichten.

Tatsächlich kann auch das Trampolinspringen über das Schwingen der Hüfte die verhärteten Faszien lockern. Darüber hinaus stärken Sie über das Trampolinspringen Ihr Herz-Kreislauf-System und Immunsystem. Kombinieren Sie das Trampolin mit dem Faszien Training, um Ihre Erfolge zu maximieren.

 

Fazit: Training mit der Faszienrolle

Ein bewährtes Mittel, um die schmerzenden Stellen zu behandeln, ist die Faszienrolle. Sie gilt derzeit als Hilfsmittel zur Lockerung verklebter Faszien. Es handelt sich dabei um eine simple, feste Schaumstoffrolle, die zur Massage eingesetzt wird. Sie sollten in diesem Zusammenhang ausschließlich zertifizierte und getestete Faszien-Rollen verwenden, denn nur diese können eine effektive Linderung erzielen. Bewegen Sie die Rolle ganz langsam über den Körper und verwenden sie in regelmäßigen Abständen. Bestenfalls lassen Sie sich die Anwendung und das Training mit der Faszienrolle von einem Profi oder einem geübten Physiotherapeuten erklären, bevor Sie diese Zuhause im Selbsttest anwenden.